Zur Pfarrei Ottenhofen gehören auch die Filialkirchen von Siggenhofen-Herdweg (Hll. Johannes und Paulus) und Unterschwillach (St. Stephanus)

2013-pk-ottenhofen-2  Der Name „Siggenhofen“ wird ähnlich wie Ottenhofen gedeutet, nämlich: „bei den Höfen des Sikko“. Auf dem Hügel, namens „Siccanhoven“, der sich einst im Besitz der bischöflichen Kirche von Trient befand, wurde eine kleine Kirche errichtet. Interessant ist die Entstehung und die Geschichte dieser Kirche. Im Jahre 1075 gab der Bischof von Trient seinem Freund, dem Abte Williram von Ebersberg, einen Weinberg nördlich von Bozen. Dafür, sozusagen als Tausch, sollte dieser auf dem besagten Hügel in Siggenhofen eine steinerne Kirche bauen, die 1078 fertiggestellt sein sollte. Sie ist somit das älteste Gotteshaus unserer Gemeinde, nämlich über 900 Jahre! Die heutige Kirche zeigt noch viele Spuren der spätgotischen Zeit, auch wenn die Gewölberippen abgeschlagen und das Kirchenschiff im 18. Jhdt. eingewölbt wurde. Vor allem die Figuren von Maria, Johann und Paul sowie Sebastian und die reizvolle, mit Flachreliefs gezierte Emporenbrüstung stammen noch aus der Zeit um 1520. Zuletzt wurde sie 1980 renoviert und stellt heute ein echtes Kleinod auf dem anmutigen Hügel in Siggenhofen dar.

2013-pk-ottenhofen-3Unsere heutige Pfarrkirche in Ottenhofen reicht in ihrer Bausubstanz zurück bis in das Jahr 1340. Bei Reparaturarbeiten wurden 1909 ein Reliquienglas aus dem Altar gehoben. Es hatte einen Wachsdeckel mit unverletztem Siegel und bischöflichem Wappen: „Cunrad Ep. Chiem“. Es war demnach der Bischof Konrad II. von Chiemsee, der 1330 – 1354 das Bistum Chiemsee leitete. Der Kirchenbau in Ottenhofen war also vor 1354! Das Glas aus Ottenhofen befindet sich heute im Diözesan-Museum in Freising. 1731 wurde die Kirche umgebaut, wobei u.a. der heutige Zwiebelturm errichtet und das schwach stuckierte Tonnengewölbe mit den Stichkappen einzogen wurde. Die reiche Altarausstattung ist ein seltenes Beispiel der Kunstfertigkeit Erdinger Meister um 1665. Das Hochaltarbild zeigt die Kirchenpatronin St. Katharina im Stil der Nazarener.

1987 musste die Kirche nach der Restaurierung von 1975/76 erneut innen und außen renoviert werden, da das Gewölbe herunterzustürzen drohte. Dabei wurden auch der Hauptaltar und die beiden Seitenaltäre sowie die spätgotischen barocken Figuren, die zu den Kostbarkeiten unserer Pfarrkirche St. Katharina gehören, aufpoliert und erneuert.

Wir finden an den Kirchenmauern die Grabsteine des „Gerhard Ottenhofer“ (v. 1429) und des „Friedrich Esswurm“ (v. 1556), dessen Familiensymbol sich auch in einem prächtigen Epitaphium (Erinnerungsstein) an der Außenmauer der Kirche befindet und in das heutige Gemeindewappen übergegangen ist.

Unter silbernem Schildhaupt, darin eine rote heraldische Rose mit goldenem Butzen und goldenen Kelchblättern (altes Stammwappen der Ottenhofer).

In rot ein links gewendeter, vierfüßiger, goldener Drache (Tatzelwurm) mit einem Großbuchstaben S im Rachen (Wappensymbol der Familie Esswurm).

2013-pk-ottenhofen-1„Unterschwillach“ ist ein idyllischer Ort an der Schwillach, die nördlich von Pastetten entspringt. Der Name des Flusses kommt sicherlich von „schwellender Bach“ oder „schwellende Ache“, da dieses Gebiet sehr hochwassergefährdet ist. Bei einer Schenkungsurkunde 1170 erscheint der Name: „Suilnaha“, was dasselbe bedeutet. Die jetzt bestehende Kirche zum Heiligen Stefan, 1735 entstanden (früher zum Ulrich 1718), ist nicht weniger besuchenswert. Zu den Kostbarkeiten zählen der heilige Leonhard (um 1480), die Madonna vom Hochaltar aus dem 16. Jhdt. (später verändert) sowie die Altarfiguren von Josef und Joachim und die Patrone Stefan und Ulrich. Nach der Renovierung 1980 zeigt sich besonders reizvoll der Kirchenraum als solcher, die Decke mit ihrem Gittermotiv und den zierlichen Rosetten, das lichte, zart getönte Kirchenschiff und die reizvolle Empore. 1987 hat diese schöne Kirche nach über 250-jährigem Bestehen eine Schleifladenorgel erhalten, worauf die gesamte Gemeinde sehr stolz ist – insbesondere die „Unterschwillacher“.

Text: Heinrich Forwick


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